Wolfgang Breuer, Good Soup, 2009. Installation view “Organic Food Shop”, KW Institute for Contemporary Art, Berlin, 2009. Courtesy the artist. Photo: Bernd Borchardt
|
Wolfgang Breuer, Untitled, Stained Glass Picture, 2005 – 2008. Installation view “Organic Food Shop”, KW Institute for Contemporary Art, Berlin, 2009. Courtesy the artist. Photo: Bernd Borchardt
|
Nine Budde, I Lost My Sense of romanticism, 2009. © Nine Budde
|
Nine Budde, Cats prison, 2011, installation view Magazin Bregenz. © Nine Budde
|
Sophie Reinhold, Portrait of a Young Woman, 2011 © Sophie Reinhold
|
Sophie Reinhold, Untitled, 2010. © Sophie Reinhold
|
Yorgos Sapountzis, Gold(Thessalonica),2005. Video. Courtesy Yorgos Sapountzis
|
Yorgos Sapountzis, Green Night, 2005.Video, music by psycho mafia. Courtesy Yorgos Sapountzis
|
|
|
Die Villa Romana-Preisträger 2012 stehen fest: Wolfgang Breuer, Nine Budde, Sophie Reinhold und Yorgos Sapountzis wurden von den diesjährigen Juroren – der Künstlerin Antje Majewski und Anja Nathan-Dorn, Leiterin des Kölnischen Kunstvereins – aus fünfzehn Kandidaten ausgewählt. Der Villa Romana-Preis ist mit einem zehnmonatigen Arbeitsaufenthalt vom Februar bis November 2012 im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz, einem freien Atelier sowie einem monatlichen Stipendium verbunden. Er wird vom Verein Villa Romana ausgelobt und finanziert mit Mitteln der Deutsche Bank Stiftung, des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie weiterer privater Förderer.
Der Villa Romana-Preis ist nicht nur der älteste deutsche Kunstpreis, sondern auch das am längsten bestehende kulturelle Engagement der Deutschen Bank: Seit 1929 unterstützt sie diese renommierte Auszeichnung für zeitgenössische Kunst in Deutschland und dokumentiert damit eindrücklich ihre lange Tradition der Nachwuchsförderung. Daran anknüpfend unterstützt die Deutsche Bank Stiftung die Aktivitäten des Vereins Villa Romana e.V. bereits seit Jahren nicht nur finanziell, sondern auch personell durch ehrenamtliche Übernahme von Vereins-Mandaten durch Mitarbeiter der Bank.
Wolfgang Breuer (* 1966) studierte an der Frankfurter Städelschule. Der in Berlin lebende Künstler installiert "Stadtmöbel" wie Glascontainer, Bushaltestellen und metallene Laden-Verschläge in Ausstellungsräumen und lässt sie dabei wie Chiffren für Destruktion, Kontrolle, Gewalt erscheinen. 2006 waren seine Arbeiten in Wolfgang Tillmans Londoner Kunstraum Between Bridges zu sehen, 2009 widmeten ihm die KunstWerke in Berlin eine Einzelausstellung.
Die Performances, Videos und Installationen von Nine Budde (* 1975) setzen auf die Präsenz ihrer Protagonisten – seien es jugendliche Skater oder eine Exorzistin. Mit wachem, oft humorvollen Blick und großem Gespür für die formale Qualität ihrer Arbeiten untersucht Budde soziale Realitäten. Die in Berlin lebende Künstlerin nahm bereits an zahlreichen internationalen Ausstellungsprojekten teil, etwa im KUB des Kunsthaus Bregenz, in der Pariser Glassbox und an der Moskauer Biennale für junge Kunst.
Das Interesse von Sophie Reinhold (*1981) gilt dem Verhältnis von Bildgrund und Farbe, Bildobjekt und Raum. Die Berlinerin studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, an der Akademie der bildenden Künste Wien und an der Kunsthochschule Weissensee. Sie versteht sich als Malerin und arbeitet mit altmeisterlichen Techniken auf Marmorgrund aber auch mit konzeptuellen Bildanordnungen, Folien und Neonleuchten. Obwohl Reinhold ihr Studium erst in diesem Jahr abgeschlossen hat, widmete ihr die Kunsthalle Exnergasse in Wien bereits 2010 gemeinsam mit Hannes Schmidt eine Einzelausstellung.
Auch Yorgos Sapountzis (*1976) lebt in Berlin. Er studierte zunächst in Athen Restaurierung, bevor er dort an die Kunstakademie wechselte. 2002 – 2004 schloss sich ein Studium an der Berliner Universität der Künste bei Rebecca Horn an. Sapountzis nutzt für seine tänzerischen Interventionen den öffentlichen Raum und seine Monumente. Er organisiert kollektive Performances, bei denen steinerne Skulpturen mit farbigen Tüchern verhüllt werden. Video von diesen Aktionen werden dann in raumgreifende Installationen integriert. In diesem Jahr ist er bei based in berlin vertreten, im Kunstraum Innsbruck, im Louisiana Museum Kopenhagen und mit Einzelausstellungen in der Fondazione Morra Greco in Neapel sowie in seinen Galerien Isabella Bortolozzi (Berlin) und Freymond-Guth Fine Arts (Zürich).
Die Villa Romana ist ein Ort der zeitgenössischen künstlerischen Produktion und des internationalen Austauschs. Nur zehn Minuten vom Florentiner Stadtzentrum entfernt, vereint das Künstlerhaus die Ruhe eines großen Gartengrundstücks mit der urbanen Realität einer Großstadt. Mit Ausstellungen, einem breiten Spektrum an Veranstaltungen und Einladungen internationaler Gastkünstler betreibt die Villa Romana den Dialog mit Produzenten und Publikum, platziert sich im internationalen künstlerischen Kontext und fördert die Kommunikation mit den Kulturen des Mittelmeerraums. In der an kunsthistorischen Schätzen überreichen Stadt Florenz positioniert sich die Villa Romana als ein Forum zeitgenössischer Kunst, das Dialoge mit dem Publikum vor Ort und Kooperationen mit internationalen Partnern initiiert.
|