Rosemarie Trockel, 2010. Photo: Curtis Anderson
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Rosemarie Trockel, Florence, 2010. Photo: Photostudio Schaub (Bernhard Schaub, Ralf Höffner). © Rosemarie Trockel, VG Bild-Kunst, Bonn 2011. Courtesy Sprüth Magers Berlin London
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Rosemarie Trockel, Atheismus, 2007. Photo © altengarten.de. © Rosemarie Trockel, VG Bild-Kunst, Bonn 2011. Courtesy Sprüth Magers Berlin London
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Rosemarie Trockel, Untitled, 1994. Deutsche Bank Collection
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Rosemarie Trockel, Der Maskenmann, 1986. Deutsche Bank Collection
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Rosemarie Trockel, Untitled, 1993. Deutsche Bank Collection
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Strickbilder, Herdplattenbilder, Häuser für Schweine, Tauben und Ratten - Rosemarie Trockel hat sich nie auf ein spezifisches Medium oder Werkkonzept festlegen lassen. Jetzt wurde die 1952 geborene Künstlerin mit dem renommierten Goslarer Kaiserring ausgezeichnet. Trockel gehöre "seit den frühen achtziger Jahren zu den vielseitigsten und innovativsten Persönlichkeiten der internationalen Kunst", so die Begründung der Jury. Seit langem ist Trockel mit zahlreichen Papierarbeiten in der Sammlung Deutsche Bank vertreten. Zudem hat die Bank 2005 ihre umfassende Retrospektive Menopause im Kölner Museum Ludwig gefördert.
Bekannt wird die Künstlerin Mitte der 1980er Jahre mit ihren Strickbildern, in die sie kulturell und politisch besetzte Symbole wie Hammer und Sichel oder Playboy-Bunny als serielle Ornamente einarbeitete. In Trockels Strickmustern offenbaren sich gesellschaftliche Verhaltensmuster: Die Verharmlosung weiblicher Kreativität, die kulturelle Ächtung scheinbar minderwertiger Materialien wie Wolle. Anfang der Neunziger entstandenen die Herdplattenbilder, bei denen Kasimir Malewitschs Suprematismus weiblich besetzter Hausarbeit begegnet. Diese Objekte sind nichts anderes als schwarze Herdplatten auf weißer Emaille, die direkt an Malewitschs Idealform des Kreises anknüpfen. In ihrer Arbeit hat Trockel immer wieder die Rollenbilder von Frauen in der Gesellschaft und der Kunstszene hinterfragt.
Doch ihr Werk geht über diese feministischen Aspekte weit hinaus. Immer wieder setzt sie sich mit Theorien der Anthropologie und Soziologie auseinander. Dabei steht sehr früh auch das Motiv des Tiers im Zentrum ihres Interesses. Wie eine Gesellschaft mit dem Tier umgeht, ist für die Künstlerin ein Gradmesser für den erreichten Zustand ihrer Humanität. "Jedes Tier ist eine Künstlerin" nennt sie im Jahre 1993 eine ihrer Ausstellungen und kontert damit provokant den bekannten Satz von Joseph Beuys "Jeder Mensch ist ein Künstler". Tatsächlich arbeitet Trockel auch mit Tieren - ob es ihre eigenen Hunde sind oder gewöhnliche Schweine bei ihrem gemeinsam mit Carsten Höller realisierten documenta-Projekt Haus für Schweine und Menschen(1997). In der Ausstellung aus Anlass der Verleihung des Kaiserrings stehen allerdings ihre Papierarbeiten im Mittelpunkt. Die Zeichnung ist für Rosemarie Trockel eine Art Labor, in dem sie ihre Ideen und Motive entwickelt. Und sie ist das Medium, das es dem Betrachter am ehesten erlaubt, die beeindruckende Vielfalt dieses Oeuvres nachzuvollziehen.
Rosemarie Trockel
Mönchehaus Museum, Goslar
08.10.2011 - 15.01.2012
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